Zueinander (finden) - Trovarsi

Zueinander (finden) - Trovarsi

Seit einem Jahr setzen wir uns alle mit dem Coronavirus auseinander, sprechen täglich über Symptome, Folgen und Eigenschaften. Warum aber gelingt uns nicht ein offener Umgang mit dem Thema der psychischen Erkrankung? Psychische Gesundheit ist Teil der menschlichen Gesundheit genauso wie die körperliche Gesundheit, und doch verläuft der Dialog darüber stockend. Das Thema der psychischen Erkrankung gilt in unserer Gesellschaft nach wie vor als Tabu und öffentliche Stigmatisierung wirkt bei Betroffenen häufig wie eine zweite Erkrankung und verhindert, dass Präventions- und Behandlungsangebote genutzt werden.

Der Verband Ariadne möchte mit dem Projekt „Zueinander (finden) - Trovarsi“ die Menschen zu mehr Offenheit im Umgang mit dem eigenen Befinden und dem Befinden der Mitmenschen ermutigen. Darüber reden ist ein sehr wichtiger Teil im Abbau des Stigmas, denn wenn man über etwas spricht wird Angst abgebaut.

Auch ist das „Miteinander“ oder das „Zueinander“ für das menschliche Wohlbefinden sehr wichtig. Die soziale Distanz und Isolation welche wir nun seit über einem Jahr leben, hat dies noch einmal mehr verdeutlicht. Die „soziale Bank“ soll dazu einladen über sich selbst nachzudenken und dem Menschen gegenüber auf Augenhöhe zu begegnen.

Mit dem Projekt „Zueinander(finden) – Trovarsi“ möchte der Verband Ariadne über psychische Gesundheit sensibilisieren und Menschen anregen, sich darüber auszutauschen.

Als Verband unterstützen wir Menschen mit einer psychischen Erkrankung und deren Angehörige durch ein vielfältiges Angebot. In seiner Arbeit ist es ihm wichtig, einen offenen Dialog über psychische Erkrankungen zu fördern, um mehr Akzeptanz in der Gesellschaft zu erwirken.

Aus der Begegnung mit den Südtiroler Designerinnen Annika Terwey und Sophie Lazari ist die Idee zu einem Projekt entstanden, das Menschen jeglichen Alters und jeglicher Herkunft in ihrem alltäglichen Leben auf die Themen der psychischen Gesundheit aufmerksam machen soll.

Eine Installation, bestehend aus der eigens entworfenen „Sozialen Bank“ und einer Reihe an Aussagen zum Thema der psychischen Gesundheit, welche in der Nähe der Bank angebracht werden, wird im Zwei-Wochen-Takt den öffentlichen Raum von zehn Südtiroler Gemeinden besetzen. Die „Soziale Bank“ hebt die Bedeutsamkeit der Gegenseitigkeit hervor, auf der man nicht nebeneinander sondern zueinander sitzt. Die neue außergewöhnliche Sitzposition soll die zwischenmenschliche Interaktion fördern und einen neuen Blickpunkt ermöglichen.

Die orange Farbe der Bank bricht mit den Farben des urbanen Raumes, welche die Menschen laut dazu auffordert, sich mit dem Thema der psychischen Gesundheit auseinanderzusetzen. Die Aussagen in Nähe der Bank sollen den Betrachter*innen einen direkten Zusammenhang zur Bedeutsamkeit sozialer Integration und zum Abbau des Stigmas aufzeigen und sie dazu bewegen, darüber nachzudenken was es bedeutet, an einer psychischen Erkrankung zu leiden. Unübersehbar soll die Botschaft sein: psychische Gesundheit ist für uns alle wichtig!

Zusammen mit den Gemeinden haben wir die Orte, an denen die Installationen aufgebaut werden, gezielt ausgewählt. In den größeren Gemeinden wie Bozen, Meran und Brixen werden jeweils 2 Installationen angebracht.

Eröffnet wird jede Installation durch eine Auftaktveranstaltung. In einigen Gemeinden werden Künstler*innen eine kurze literarische oder künstlerische Performance darbieten. Hierfür arbeiten wir mit dem Südtiroler Künstlerbund zusammen. Die künstlerische Interpretation erlaubt eine neue Sichtweise und eine neue Form der Kommunikation auf das Thema der psychischen Gesundheit.

Partner und finanzielle Unterstützung

Als Kooperationspartner für das Projekt „Zueinander (finden) - Trovarsi“ konnten der Dachverband für Soziales und Gesundheit und der Südtiroler Künstlerbund gewonnen werden. Gefördert wird das Projekt durch die Abteilung Gesundheit der Autonomen Provinz Bozen und das Ministerium für Arbeits- und Sozialpolitik.

Für die Umsetzung des Projektes „Zueinander(finden)-Trovarsi“ erlauben es die teilnehmenden Gemeinden, öffentlichen Raum in Anspruch zu nehmen.

Verband Ariadne

Der Verband Ariadne - für die psychische Gesundheit aller EO wurde im Jahre 1989 von Angehörigen von Menschen mit einer psychisch Erkrankung gegründet und ist die einzige, private, ehrenamtliche und gemeinnützige Organisation für Angehörige von psychisch erkrankten Menschen in Südtirol. Der Verband unterstützt Betroffene und Angehörige durch Beratung, Information, Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit, Interessensvertretung und durch verschiedene gezielte Unterstützungsmaßnahmen. Das Projekt „Zueinander(finden) - Trovarsi“ ist das erste Projekt in solch interdisziplinärer Form.

Sophie Lazari

Sophie Lazari, in Bologna geborene Südtirolerin, studiert seit 2017 Visuelle Kommunikation an der Universität der Künste Berlin. Ihre Kunstwerke befassen sich mit Fragen und Themen der Diversität sowie sozio-kulturellen und historischen Ereignissen. Sie ist zudem als Tattoo Künstlerin, Illustratorin, Grafikerin und Projektkoordinatorin von Kunstausstellungen tätig.

Annika Terwey

Annika Terwey ist eine deutsch-italienische, multidisziplinäre Designerin und Kuratorin. Durch den Einsatz verschiedener Medien betreibt sie Forschung zur menschlichen Wahrnehmungskraft und untersucht soziale sowie wissenschaftliche Themen. Die treibende Kraft hinter ihrer Arbeit ist die Schaffung von Erfahrungen und die Erforschung neuer Formen der Kommunikation durch Design, Installationen und Ausstellungen.

Wir danken allen Mitwirkenden für die gute Zusammenarbeit!